Nadine Conrad ist eine Potsdamer Malerin, deren Landschaften sich zwischen Orientierung und Kontrollverlust bewegen. Tiefe Horizonte, dramatische Himmel und wenige intensive Lichtmomente prägen ihre Bildsprache.
ÜBER MEINE MALEREI
Ich male Landschaften als Zustände zwischen Orientierung und Kontrollverlust.
Mich interessiert nicht die Natur als harmonische Idylle, sondern der Moment, in dem Schönheit und Bedrohung gleichzeitig erfahrbar werden: ein Himmel, der sich verdunkelt, eine Weite ohne Schutz, ein Weg, dessen Verlauf nicht vollständig erkennbar ist. Dabei suche ich nicht die Katastrophe selbst, sondern den Augenblick unmittelbar davor – wenn ein Halt noch sichtbar ist, aber jederzeit verloren gehen kann.
Geprägt wurde dieser Blick durch Reisen an einsame Orte. Dort erlebe ich die Natur als überwältigend und unberechenbar, zugleich aber als offen und unverstellt. Ihre Härte erscheint mir unmittelbarer als die Unberechenbarkeit menschlichen Handelns. Hinter Vertrautheit, gesellschaftlichen Regeln und scheinbarer Sicherheit können Seiten hervortreten, die zuvor verborgen blieben. Die Natur kann ebenfalls erbarmungslos sein, doch sie verstellt sich nicht.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Wanderung während der Regenzeit in einer afrikanischen Berglandschaft. Im dichten Nebel ließen sich Himmel und Erde kaum noch unterscheiden. Der Weg wurde zunehmend schmaler und rutschiger, während die Tiefe neben mir mehr zu spüren als zu sehen war. Ich war überwältigt von der Schönheit dieses Augenblicks und wusste gleichzeitig, dass ich den Weg möglicherweise nicht bewältigen würde. Freiheit, Gefahr, Ehrfurcht und Kontrollverlust waren in diesem Moment nicht voneinander zu trennen.
Diese Gleichzeitigkeit bestimmt meine Malerei.
Tiefe Horizonte geben Orientierung und lassen zugleich den eigenen Stellenwert innerhalb eines größeren Zusammenhangs spürbar werden. Über ihnen öffnen sich weite, dramatische Himmelsräume. Dunkle, gedeckte Blau- und Grautöne, intensives Grün und wenige warme Lichtstellen prägen meine Bildsprache. Die Weite kann ein Gefühl von Freiheit und Schwerelosigkeit auslösen, aber ebenso die Ahnung eines freien Falls.
Die Welt bleibt in meinen Bildern bewusst unvollständig sichtbar. Konturen lösen sich auf, Formen treten hervor und verschwinden wieder, Himmel, Wasser und Erde gehen ineinander über. Scharfe Begrenzungen würden eine Klarheit und Sicherheit vortäuschen, die es für mich nicht gibt. Nichts und niemand ist jemals vollständig sichtbar.
Der Mensch selbst tritt in meinen Landschaften meist zurück. Seine Abwesenheit empfinde ich als Befreiung. Wo menschliche Figuren oder Spuren erscheinen, bleiben sie klein, anonym und verletzlich. Ein Boot, ein Weg, ein Gebäude oder eine einzelne Gestalt dient nicht als Mittelpunkt, sondern als Maßstab für Verlorenheit und für die Grenzen menschlicher Kontrolle.
Auch in meinen dunkelsten Bildern bleibt ein Funken warmen Lichts bestehen. Er ist kein eindeutiges Versprechen und keine einfache Hoffnung. Er hebt die Bedrohung nicht auf. Vielmehr ist er ein letzter Orientierungspunkt innerhalb einer Situation, die sich der Kontrolle entzieht – die Möglichkeit, im Ungewissen dennoch eine Richtung zu erkennen.
Meine Landschaften sind keine Abbilder konkreter Orte. Sie entstehen aus Erinnerungen, Beobachtungen und inneren Zuständen. Mich interessiert der Moment kurz vor dem möglichen Fall – wenn Ruhe in Spannung kippt, Schönheit in Gefahr und Freiheit in Ausgeliefertsein. Die Bilder sollen diesen Zustand nicht erklären, sondern spürbar machen.
AQUARELLE AUS POTSDAM
Neben meinen freien Öllandschaften entstehen Aquarelle von Potsdam und seiner Umgebung. Sie zeigen vertraute Schlösser, Parks und Stadtlandschaften in stillen, häufig winterlichen Momenten.
Während sich die Orte in meiner Ölmalerei zunehmend aus der Wirklichkeit lösen und zu inneren Landschaften werden, bleiben die Potsdam-Aquarelle stärker an konkrete Orte gebunden. Beide Werkbereiche entstehen jedoch aus derselben Aufmerksamkeit für Atmosphäre, Licht und die Empfindungen, die Landschaften und Räume in uns auslösen können.
KURZBIOGRAFIE
Nadine Conrad wurde 1983 in Potsdam geboren und arbeitet als freischaffende Malerin, Illustratorin und Grafikerin. Nach ihrem Studium im Bereich Multimedia- und 3D-Design absolvierte sie ein Fernstudium Malerei, das sie 2026 abschloss. Seit 2019 ist sie Mitglied im Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Brandenburg. Sie ist Mitgründerin einer Potsdamer Produzentinnengalerie und seit 2026 Mitglied im Vorstand des Potsdamer Kunstvereins.
Ihre Arbeiten werden seit 2011 regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und befinden sich in privaten Sammlungen.
VITA
2026
Abschluss des Fernstudiums Malerei
Wahl in den Vorstand des Potsdamer Kunstvereins
seit 2025
Mitgründerin und Betreiberin der Galerie Conrad · Dishur, Potsdam
seit 2022
Mitglied der Künstlerinnengruppe KRUME1
seit 2020
Gründerin und Betreiberin einer Produzentinnengalerie in Potsdam
seit 2019
Mitglied im Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Brandenburg
seit 2013
Freischaffende Malerin und Illustratorin
2003–2005
Studium Multimediadesign
1983
Geboren in Potsdam
AUSSTELLUNGEN
2025
- Gruppenausstellung der Künstlerinnengruppe KRUME1 im Schloss Lindstedt
- "Sommerfrauen" Gruppenausstellung im Café Matschke
2024
- Gruppenausstellung der Künstlerinnengruppe KRUME1 im Museumshaus Im Güldenen Arm
- Schaufensterausstellung "Wandel"
2023
- Gruppenausstellung der Künstlerinnengruppe KRUME1 im Museumshaus Im Güldenen Arm
- "Bisschen" Gruppenausstellung im Café Matschke
2022
- WEISS wie ROT wie SCHWARZ in Kassel mit Florentine Joop, Nathalie Huth, Elisabeth Dishur und Nadine Conrad
- Einzelausstellung im Rahmen des 2. Drewitzer Filmfestivals mit Aquarellen von Potsdam
2021
- Ausstellung Ladenatelier zusammen mit Florentine Joop
- Ausstellung im Café Matschke Potsdam
- Gruppenausstellung "Mittendrin" ProPotsdam
- Schaufensterausstellung Alhornapotheke Potsdam
2020
- Dauerausstellung im Ladenatelier Nadine Conrad
- Ausstellung "PANAMA" im Kunstgeschoss Werder
2019
- Einzelausstellung „Sternzeichen“ im Belmundo Potsdam
- Einzelausstellung in der WBG 1903
- Gruppenausstellung "Contrast" Villa Francke Potsdam
- Gruppenausstellung "ArtCamp" Villa Francke Potsdam
- Einzelausstellung „Sternzeichen“ im Planetarium Potsdam
2018
- Gruppenausstellung "ArtCamp" Villa Francke Potsdam
- Einzelausstellung „Sternzeichen“ im Kunsthaus Rechenzentrum
2017
- Ausstellung „Keine Religion, Keine Politik, Nur Kunst“ im Kunsthaus Rechenzentrum
- Ausstellung Boot & Fun Berlin
- Gruppenausstellung ArtBrandenburg
- Ausstellung in einer Berliner Arztpraxis
- Gruppenausstellung im Kunsthaus Rechenzentrum
2015
- Gruppenausstellung im Kunsthaus Rechenzentrum
2013
- „Vogelperspektiven“ Wanderausstellung
2011
- Einzelausstellung in der Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 eG
- Gruppenausstellung „Club Charlotte“ Potsdam
2002
- Gruppenausstellung bei der EWP
Hochwertige Drucke von ausgewählten Arbeiten:
Posterlounge
Fineartprint
